Startseite › Ratgeber › Blutdruck-Tagebuch
Blutdruck-Tagebuch führen: richtig messen und notieren
Stand: 13. Oktober 2026 · von PrettyLights Software, dem Team hinter Nurelio
Ein einzelner Blutdruckwert sagt wenig — erst viele Messungen unter vergleichbaren Bedingungen zeigen, wie sich der Blutdruck im Alltag wirklich verhält. Genau dafür ist das Blutdruck-Tagebuch da: Du misst zu Hause zu festen Zeiten und notierst die Werte, damit deine Ärztin oder dein Arzt sehen kann, wie gut eine Behandlung wirkt oder ob sich etwas verändert. Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt dafür ein klares Schema: zweimal täglich messen, morgens und abends, nach fünf Minuten Ruhe, mit der Manschette auf Herzhöhe, und jedes Mal zwei Messungen im Abstand von mindestens einer Minute. Vor einem Arzttermin werden die Werte sieben Tage lang dokumentiert. Wer blutdrucksenkende Medikamente nimmt, misst vor der Tablette. Dieser Ratgeber erklärt die fünf Schritte im Einzelnen, zeigt, was außer den Zahlen ins Tagebuch gehört, und wo es eine kostenlose Vorlage gibt — auf Papier oder in einer App, die dich an die Messung erinnert.
Warum ein Blutdruck-Tagebuch?
Der Blutdruck schwankt über den Tag — durch Bewegung, Kaffee, Stress, Schlaf oder die Tageszeit. Ein Wert aus der Arztpraxis ist eine Momentaufnahme, und manche Menschen sind dort angespannter als im Alltag. Regelmäßige Messungen zu Hause ergänzen dieses Bild: Sie machen sichtbar, wie der Blutdruck morgens und abends über mehrere Tage aussieht. Damit sie aussagekräftig sind, kommt es weniger auf das Gerät als auf die gleichen Bedingungen an — gleiche Uhrzeiten, gleiche Haltung, gleicher Arm. Genau das hält ein Tagebuch fest.
Richtig messen: die 5 Schritte der Hochdruckliga
- Zweimal täglich, morgens und abends. Morgens heißt: bevor der Tag beginnt; abends: wenn der Tag abgeschlossen ist. Wer blutdrucksenkende Medikamente nimmt, misst vor der Tabletteneinnahme.
- Vor der Messung zur Ruhe kommen. Etwa fünf Minuten entspannt sitzen — ohne zu telefonieren, Nachrichten zu tippen oder fernzusehen. Körperliche oder seelische Belastungen rund 30 Minuten vorher vermeiden.
- Manschette auf Herzhöhe. Angelehnt auf einem Stuhl sitzen, beide Füße auf dem Boden, die Manschette etwa zwei bis drei Zentimeter über der Ellenbeuge. Bei Oberarmgeräten ergibt sich die Herzhöhe fast von selbst; bei Handgelenkgeräten muss der Arm dafür angewinkelt werden.
- Zwei Messungen im Abstand von mindestens einer Minute. Beide Werte notieren — nicht nur den schöneren.
- Werte dokumentieren. Sieben Tage lang, je zwei Messungen morgens und abends, und die Werte mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen.
Bei der allerersten Messung empfiehlt die Hochdruckliga, an beiden Armen zu messen. Für die laufende Kontrolle reicht danach eine Messwoche pro Monat — sofern deine Ärztin oder dein Arzt nichts anderes vorgibt.
Was gehört ins Blutdruck-Tagebuch?
- Datum und Uhrzeit jeder Messung.
- Oberer und unterer Wert (systolisch und diastolisch) — von beiden Messungen.
- Der Puls, den die meisten Geräte gleich mitmessen.
- Besonderheiten: eine neue oder geänderte Medikation, eine vergessene Tablette, Beschwerden wie Schwindel oder Kopfschmerzen, eine schlechte Nacht, ungewöhnlicher Stress.
Gerade die Notizen sind wertvoll: Ein auffälliger Wert lässt sich viel besser einordnen, wenn daneben steht, dass die Tablette am Vortag vergessen wurde oder der Messung ein Streit vorausging.
Welche Werte sind normal?
Für die Messung in der Arztpraxis gilt laut Bundesgesundheitsministerium: Ein normaler Blutdruck liegt bei Erwachsenen unter 140 zu 90; ab einem oberen Wert über 140 oder einem unteren über 90 spricht man von erhöhtem Blutdruck. Welche Werte für deine Messungen zu Hause gelten und welche Ziele für dich persönlich sinnvoll sind, legt deine Ärztin oder dein Arzt fest. Ein einzelner erhöhter Wert ist noch keine Diagnose — entscheidend ist der Verlauf über mehrere Tage. Sehr hohe Werte können laut Bundesgesundheitsministerium Beschwerden wie Schwindel oder Sehstörungen auslösen. Wenn du dich bei einer Messung deutlich unwohl fühlst, warte nicht auf den nächsten Termin: Hol ärztlichen Rat ein — und wähle bei Brustschmerzen, Atemnot oder plötzlichen Lähmungen sofort den Notruf 112.
Papier oder App?
Beides funktioniert. Die Deutsche Hochdruckliga stellt ein kostenloses Blutdruck-Tagebuch als PDF zum Ausdrucken bereit. Der Vorteil von Papier: Es ist sofort da und braucht keine Technik. Der Vorteil einer App: Sie erinnert an die Messung, zeigt den Verlauf auf einen Blick und macht aus den Werten ein übersichtliches Dokument für den Arzttermin — ohne dass du Zahlen abschreiben musst.
Wie hilft Nurelio dabei?
In Nurelio trägst du jede Messung mit Datum und Uhrzeit ein — oberer und unterer Wert, auf Wunsch den Puls und eine kurze Notiz wie „nach dem Aufstehen“. Eine Messerinnerung meldet sich zu den Zeiten, die du festlegst, etwa morgens und abends, täglich oder nur an Werktagen. Die Monatsübersicht zeigt, an welchen Tagen gemessen wurde und an welchen nicht, und der Verlauf macht Veränderungen sichtbar. Für den Termin erstellt Nurelio einen Arztbericht als PDF mit deinen Medikamenten und Blutdruckwerten — lokal auf deinem Gerät. Und wenn Angehörige mit auf den Blutdruck schauen sollen, kannst du die Werte gezielt mit ihnen teilen — Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Wie du an die Tablette davor zuverlässig erinnert wirst, zeigt der Ratgeber Tabletten-Erinnerung, die wirklich ankommt.
Im Video erklärt
Quellen
- Deutsche Hochdruckliga e. V. DHL®: Blutdruckmessung
- Deutsche Hochdruckliga e. V. DHL®: Richtig Blutdruck messen in 5 Schritten (PDF)
- Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de: Bluthochdruck: Ursachen und Behandlung (Stand 05.03.2026)
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Nurelio ausprobieren
Blutdruck, Erinnerungen und Arztbericht — die Basis ist dauerhaft kostenlos, ohne Werbung und ohne Konto-Zwang. Nurelio gibt es für iOS und Android.
Im App Store laden Bei Google Play laden
Mehr erfahren: Funktionen · Glossar